August 8, 2010

VeloTour de Vin am 31. Juli 2010

Filed under: Kultur,Weine — Schlagwörter: — paddy @ 1:13 pm

Weingut H. T. EserAlles startete am 23. Juni 2010, 22:06 Uhr auf [[WP:Mainz]]. Dort wurden dann bis zur Radtour Anregungen und Bilderwünsche gesammelt bis sie nach der Tour [[entfernt wurden]], um Platz für neue Termine und Radtouren zu machen.

Der Wikipedianer und Commonist [[User:AnRo0002]] kam bereits am Vortag aus Hockenheim nach [[Wiesbaden-Nordenstadt]] zum Grillen auf den Hof, welchen ich als Mieter einer Wohnung auf einem stillgelegten Bauernhof nutzen darf. Symposiarch musste leider absagen. Es gab im Kugelgrill indirekt gegrillte Würstchen und amerikanische Rippchen. Zu trinken gab es das Prager [[Staropramen]] „světlý ležák“ ein leichtes Bier mit 10° Stammwürze. Beim essen gingen wir dann zum Rotwein über. Es war das vierte Grillen in acht Tagen anlässlich meines 35 Geburtstags am 22. Juli. Über 20 Freunde, Kollegen und Wikipedianer habe ich auf diese Weise mit Würstchen, Steaks und amerikanischen Rippchen versorgt. Dazu gab es Baguette und frische Salate.

Der Start war [[Bingen]] Stadt 11 Uhr. AnRo0002 und ich (Commonist [[User:Paddy]]) fuhren daher aus Nordenstadt mit dem Rad nach [[Mainz]] zum Haubtbahnhof. Die Deutsche Bahn fand die Strecke wohl nicht so attraktiv. Daher sind wir mit irgendeinen der neuen Privatunternehmen nach Bingen transportiert worden. Der Zug war dennoch gerappelt voll. Ich verstehe bis heute nicht warum die privaten auch nicht einfach einen kompletten Wagen für Radmitnahme da reinschalten. Leute die schön ökologisch mit der Bahn fahren haben bestimmt auch kein Rad mit dabei. Mir persönlich wäre das oft einen doppelten Fahrpreis wert. Wenn die das mal machen wollen, dann wäre vielleicht 5€ Zuschlag zunächst OK. Viel wichtiger wäre mir, dass die anderen Fahrgäste keinen Anstoß den Radmitehmern nehmen sondern mal erkennen, das die ÖPNV-Betriebe an dem Zustand schuld sind.

Kurz hinter Mainz stieß dann [[User:Symposiarch]] zu uns. Team war komplett und irgendwie gelang es uns auch ein weiteres Fahrrad einzuladen. Nach knapp einem Jahr Pause von der VeloTour de Vin [[Category:Bacharach]] und [[Category:Oppenheim]] gab es jede Menge zu reden, sodass die Zeit bis Bingen wie im Flug verging.

Bingen

Der Schandfleck [[Category:Bingen]] hat trotzdem seine schönen Seiten. Das schönste an Bingen ist, dass man einen schönen Blick auf Rüdesheim hat. Umgekehrt ist das nicht so: da hat man den beschissenen Plattenbau in Bingerbrück und das EDEKA (Um)Denkmal in der Fresse. In your face! Auch die Innenstadt wurde systematisch verschandelt. Ich kann ja verstehen, dass Bingen zerbombt wurde. Aber dort sind wunderschöne Häuser neben hässlichen stillgelegten Einkaufshallen. So etwas kann man auch in München, Hannover, Köln, Braunschweig etc. vereinzelt zu sehen bekommen aber in Bingen wurde es perfektioniert. Ich kenne bislang keine deutsche Stadt, die ein so riesiges Potential hat, aber derart baulich bestraft wurde.

Angekommen wurde ich auch gleich zu dem ersten Foto gezwungen ein [[Jugendstilgebäude in Bingen direkt am Bahbhof]]. Ist aber wirklich ein schönes Gebäude! Ich brauchte erst einmal sehr viel Wasser und AnRo0002 ein Bier und Wasser. Also zum Kiosk. Dann auf der Fahrbahn durch die Stadt zu der [[Category:Basilika St. Martin in Bingen]], um die vernünftig abzulichten. Autofahrer haben uns angehupt – aber es gab ja auch keinen Radweg. Was die wollten wurde mir auch nicht richtig klar. Es konnte mir auch keiner der Teilnehmer der VeloTour de Vin eine schlüssige Begründung geben.

Egal wir sind in die Stadt rein und haben die Basilika St. Martin abgelichtet. Erst einmal von außen (da hatte ich schon Bilder aus dem Vorjahr) und dabei haben wir auch hoffentlich keinen einzigen [[Epitaph]] vergessen und dann von innen (da fehlte mir letztes Jahr das Stativ). Außerdem sind wir runter in die Gruft die ich bislang nicht kannte. Dort kam mir zugute das ich zu doof war und versehentlich noch mit ISO 800 fotografierte.

Später sollte ich merken, dass ich scheiße gebaut habe und die ISO Zahl meiner Kamera nicht auf 100 zurückgesetzt habe. Ich bin manchmal ein echter Trottel (für eine Konzertaufnahme war die Kamera auf ISO 800). Ich will endlich eine Gelegenheit haben das 300 mm Objektiv richtig zu testen können.

Jedenfalls sind wir auf zum Rhein und haben mit meinem 300mm Objektiv dann das [[Binger Loch]] aufgenommen. Und ACHTUNG es ist nicht die bekannteste Prostituierte aus Bingen! Mit diesem Foto habe ich die Sammlung dort bereichert.

Ebenfalls habe ich die [[Burg Ehrenfels]] mit einem weiteren Bild versehen.

Jetzt kommt der Punkt wo ich mich bei meinen „Crew“ Mitgliedern bedanken sollte. Beide sind großartig, geduldig, haben mich tatkräftig unterstützt und sind auch sonst absolut spitze gewesen. Also danke AnRo0002 und Symposiarch!

vom Clos aus fotografiert

Es ging entlang des Rheinufers zurück zur Autofähre. Die kostete schlappe 2 € rüber nach Rüdesheim. Aber das Erlebnis ist es schon Wert. Rüdesheim ist eine wunderschöne Stadt allerdings völlig überbewertet. Man kann sehr gut die Gassen vom Fahrrad aus einsehen. Allerdings mussten wir uns die Drosselgasse nicht noch einmal antun. Daher ging es weiter Richtung Oestrich-Winkel mit kurzem Stop an der [[Hindenburgbrücke]]. Danach kamen wir auf einen wunderschön ausgebauten Radweg, welcher der frühere Treidelweg zu sein schien. Später erfuhren wir vom Vater der Eser Brüder, dass der Ausbau der Radwege für jede Menge politische Streitigkeiten sorgt auch wenn es der ehemalige Treidelweg ist. Mir ist dabei unverständlich warum das Argument des Touristischen Mehrwerts an dieser Stelle nicht zieht. Aber es scheinen Radfahrer, Fußgänger, Ökos, Tourismusverband, etc. derart zerstritten, dass man sich nicht einmal auf eine minimale Einigung einlassen möchte. Für mich ist dass Ökogequatsche grober Unfug, solange sie nicht für die Abschaffung oder zumindest Entschleunigung der Landstraße sind. Von mir aus brauchen da am Wochenende nur Busse, Zulieferer, Anwohner und die Bahn fahren. Wochenendfahrten mit dem PKW am Rhein sollten auf 30 Km/h begrenzt werden, so haben die am Ende auch mehr davon.

Geisenheim

In Geisenheim haben wir die [[Echter Quelle]], den [[Palais Ostein]] und das [[Schloss Schönborn]] abgelichtet.

Die Echter Quelle scheint mir bis auf die Tatsache, dass man dort spitze Grillen kann und Grillen dort laut Schild verboten ist ein völlig nutzloses Objekt. An das Grillverbot scheint sich außerdem niemand zu halten. Solange das allerdings dort nicht zur Müllhalde mutiert finde ich das Grillen dort persönlich völlig OK.

Der Palais Ostein ist an einer der dortigen Schulen. Ursprünglich war der mal U-Förmig aber der andere Teil wurde wohl aus welchen Gründen auch immer weggerissen. Leider sind die Fassaden ziemlich heruntergekommen. Insgesamt scheint der ganze Bau ein wenig verkommen. Ich fände das es der ideale Ort für Kunstausstellungen, Konzerte und andere Veranstaltungen wäre. So könnte man zumindest einen sozialen Mehrwert schaffen, das Gebäude sinnvoll nutzen und vielleicht sogar teilweise profitabel machen.

Insgesamt ist Geisenheim ein sehr schnuckeliges Örtchen, sodass wir am Marktplatz dann auch Mittag machten. Das ist der Vorteil einer Tour bei der alle Mitglieder auf das leibliche Wohl und die Entspannung aus sind. Man kann bei so einer Tour dann dem Magen nachgeben und den Marktplatz auf sich wirken lassen bei einem gediegenen Essen. Es stellte sich heraus, dass wir bei einem Inder gelandet sind. Leider hatte er seine Küche an den deutschen Geschmack zu sehr angepasst aber die Mahlzeit war dennoch sehr gut. Vor allem ist das doch etwas großzügig gewürzte bei dem heißen Wetter dann doch appetitanregender als ein schnödes Schnitzel mit Bommis Rot/Weiß. Der Kellner, welcher auch Inhaber zu sein schien, kassierte uns gleich nach dem Mahl ab weil jetzt kommts: „Ich habe noch Handlanger in meiner Wohnung!“. Handwerker war vermutlich das Wort was er brauchte 😉 Laut Ihm wäre es aber kein Problem, wenn wir noch sitzen bleiben würden. Insgesamt gebe ich ihm für das Essen ein Befriedigend, weil zu deutsch. Bedienung, Freundlichkeit und Sauberkeit nen glattes Sehr gut. Wein und Bierauswahl war Gut.

NB: Bestelle in einer Weingegend niemals nicht eine Weinschorle! Die kostet fast genau so viel wie ein Wein!

Todesfall auf der VeloTour de Vin

In einem der Jogurt-Gemische hat sich eine Wespe verfangen und ist dort verendet. Die Fotografiererei dieses Umstandes hat den Kellner/Inhaber sichtlich beunruhigt. Das hat mich eher darin bestätigt, dass der Laden hohe Ansprüche an die Lebensmittelqualität hat. Er war erleichtert als er das Foto sah.

Artikelanfänge in der Wikipedia

Die [[Echter Quelle]] lieferte selbst die meisten Fakten und daher halte ich den Artikelstumpf für OK. Die Faktentafeln habe ich aufgenommen und in maschinenleserlich den Artikel gearbeitet.

Das [[Palais Ostein]] hatte auch eine Tafel aber das ist echt zu mager. Ich bin gespannt was daraus wird. Das Samenkorn ist gepflanzt

Beim [[Schloss Schönborn]] hatten wir echt Glück, denn es befanden sich in dem Augenblick, wo wir da vorbei fuhren, die Anfänge einer Hochzeitsgesellschaft. Kackfrech haben wir da gefragt ob wir das Schloss ablichten dürfen und erhielten die Jenemigung der Vermieterin. Fett krasses Glück! Wir waren auch fertig bevor alle da waren. Und haben hauptsächlich vom [[Clos]] aus Fotos geschossen.

Mittelheim

In Mittelheim ging es um eine umfangreiche Bebilderung der [[St. Ägidius Basilika]] die älteste romanische Kirche im Rheingau und gehört zu den ältesten Steinkirchen Deutschhlands.
Thomas Eser und unser Team auf dem Weinberg des Weingut Eser

Weingut H. T. Eser (Oestrich-Winkel)

Der Absolute Höhepunkt war das Weingut H. T. Eser. Dort hatten wir eine umfangreiche Besichtigung des Guts mit anschließender Weinprobe.

Ich kenne die Brüder Christoph und Thomas Eser, welche das Gut derzeit betreiben, über meinen Freund aus Internatszeiten. Ich habe mir mit ihrem Cousin Armin Anfang der 1990er ein Zimmer im Schülerheim Deggendorf am Comenius Gymnasium in der Oberstufe geteilt und zusammen mit ihm Abi gemacht. Mit Armin habe ich bereits 2007 ein Radtour von Wiesbaden-Nordenstadt zum Weingut der beiden unternommen. Zusammen mit seiner Tante, seinem Onkel und seinem Cousin Thomas haben Armin und ich eine sehr geniale private Weinprobe gehabt. Wir haben zusammen zu Abend gegessen und uns dann durch sämtliche Weine durchprobiert. Ich stehe ja ehrlich gesagt auf die trockenen aber Armin war eher auf süß aus. Daher habe ich mich an Thomas Empfehlungen gehalten und Armin an die seiner Tante. Und obwohl wir bis 2°° durchgehalten haben waren wir um 10°° wieder auf den Beinen und sind nach dem Frühstück mit sechs Flaschen Wein im Rucksack zurück gefahren. Damals war ich auch mit Armin und Thomas zusammen unten im Weinkeller wo die Fässer stehen.

Insgesamt finde ich es sehr interessant sich mit Winzern und ehemaligen Winzern zu unterhalten und ich mag die Eser Familie auch persönlich sehr gerne. Besonders mag ich dem Thomas ihm seine bodenständige Art in seiner Eigenschaft des Machers. Sehr gerne mag ich an Thomas das er Dir auch alles was er macht und wie er es macht, wenn man ihn fragt, so erklärt, dass jeder Trottel (also auch ich) das verstehen kann. Er scheißt nicht mit Fachworten um sich und wirkt sehr natürlich und bescheiden.

Die beiden wurden mit der ersten Traube von fünf im Gault-Millau 2010 aufgenommen. Dazu gratuliere ich den beiden ganz herzlich!

Was ich als absolutes highlight betrachte war, dass uns Thomas auf den Weinberg gefahren hat. Da haben wir zunächst auf den Doosberg ein paar Fotos geschossen. Thomas hat uns sehr viel zu der Kultivierung der Pflanzen erklärt und zu den Krankheitsbildern. Man entwickelt einen ganz anderen Bezug zu dem was man trinkt, wenn man das auch wirklich sehen kann und anfassen kann. Schon als Kind vor der Grundschule war es für mich wichtig, damals lebte ich im „Alten Land“, die verschiedenen Kirschen und Äpfel zu schmecken. Ich habe damals Kirschen gepflückt und Äpfel eingesammelt und so meine ersten DM bekommen.

Weine nach Lagen zu beurteilen ist total blöd, denn mit Thomas fuhren wir dann die Straße entlang und sahen rechts den Doosberg und links das Lenchen (meine persönliche Lieblingslage). Die Gebiete sind so groß, dass nur eine Beurteilung nach Boden sinnvoll ist. Das haben die beiden auch gemacht. Das ist ein mutiger aber auch ein schöner Schritt für den Konsumenten.

Links zu den Bildern

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